Noodles & Figli – Potential in der Skalitzer Straße
Auf dem Weg Richtung Schlesisches Tor zum Thai in der Skalitzer Str. sahen wir kurz hinter der Zeughofstr. ein kleines feines Restaurant, was uns völlig unbekannt war. Ein Blick durch die Scheiben brachte erfreuliches zu Tage. Ein nettes Ambiente und die Karte wird auf eine große Tafel geschrieben. Alles schön heimelig mit Kerzenlicht und Holztischen, so wie es der Kreuzberger scheinbar mag. Kurz entschlossen änderten wir also den Plan und kehrten dort ein und verschoben den Besuch beim Thailänder.
Einziger Nachteil der kleinen Karte war das fast völlige Fehlen von vegetarischen Gerichten. Es gab nur Oliven, eine kleine Käseplatte und einen Salat. Bei der Bestellung dann die erste Überraschung, die sehr nette Kellnerin fragte von sich aus beim Koch, was denn vegetarisch noch so möglich wäre. Nudeln mit Tomatensoße und Parmensanrisotto waren dann die neuen Optionen. Mein Hunger war aber nicht so groß und die alternativen des Kochs bekomme ich zu Hause auch gut hin, also wurden die Oliven für 3 Euro und der Kürbissalat mit Feta, Maronen und Brunnenkresse für 6 Euro geordert. Meine entzückende Begleitung bestellte Traubenrisotto mit Kalbsnieren für 10 Euro.
Der georderte offene Rotwein war mit 4 Euro für den Viertelliter im Rahmen aber nicht wirklich restlos überzeugend. Ein kleines 0,3l Radeberger Bier hätte 2.10 Euro gekostet.
Dann wechselte die Bedienung und überraschenderweise bediente uns dann die ehemalige Restaurantleiterin des blooms – ja genau das Berliner Restaurant der Vox Sendung “Mein Restaurant”. Ich fand die Frau im Fernseh immer ganz taff und kompetent. Bei unserem Besuch war das aber maximal Dienst nach Vorschrift. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass ihr die Arbeit am Gast liegt. Vielleicht muß sie im Hintergrund die Fäden ziehen aber am Gast war die Kellnerin mit dem Amen Shirt (ich vermute eher die Hardcore Band als eine religiöse Meinung) deutlich sympathischer.
Kommen wir zum Essen. Die Oliven waren gut und groß, das gereichte Brot zumindest zum Teil selbstgebacken. Der Salat war anders als auf der Karte beschrieben, was nicht sein muss wenn man die Karte nur per Schiefertafel den Gästen kommuniziert. Statt Brunnenkresse befand sich Petersilie im Salat und von Granatapfel, der sich reichlich im Salat befand, las ich auch auf der Karte nichts.

Negativ aufgefallen sind mir die Preise, sie wirkten undurchdacht. Der preisliche Abstand zwischen der kleinen vegetarischen Vorspeise für 6 Euro und dem durchaus üppigen Hauptgericht mit Fleisch für 10 Euro ist unfair.
Das Risotto hatte eine komische Konsintenz, erinnerte an Soße oder Milchreis. Die Kalbsnieren waren wohl OK. Insgesamt ging das Risotto aber wohl in Ordnung, ohne ein Highlight zu sein.
Da das Noodles & Figli aber erst im Januar aufgemacht hat, kann das ja alles noch werden. Wir würden es durchaus nochmal probieren.
Update: Ich bin mir beim Namen etwas unsicher. Eine google Recherche brachte nur ein kleines Pastamittagslokal in der benachbarten Wrangelstraße zu Tage und 2 Lokalitäten mit gleichen Namen innerhalb von 300m Luftlinie wäre schon komisch. Allerdings stand der Namen auf der Getränkekarte.
Update II: Ich habe jetzt die Webseite des Restaurants gefunden: http://www.noodles-figli.de
3 Kommentare »
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Ich möchte da doch eindeutig wiedersprechen. Ich habe Noodle und Figgli auch erst vor 2 Wochen entdeckt und war seitdem dort zweimal Essen und es war beide Male ein tolles Essen; die Pasta war perfekt (eine absolute Seltenheit) und die Konsistenz des Risottos war nicht wie aus dem Kochbuch, das fand ich aber gerade gut!! Ich finde zu viel Biss nicht gut.
Insgesamt denke ich bei 100 Mal Essen gehen, das hätte ich auch zu Hause besser gekocht. Hier war das nicht der Fall! In Berlin habe ich selten so viel Spaß beim Essen gehabt wie im Noodle und Figgli.
Wir waren diese Woche zum 2. mal da.
Das Essen war diesmal wirklich gut und reichhaltig, ausführlicher Bericht folgt.
Mein 1. Besuch:
Empfangen wurden wir von einer hübschen, sehr freundlichen Kellnerin, die den ganzen Abend voller Energie alles alleine managte – man sah ihr an, dass sie aus Leidenschaft kellnerte. Sie setzte sich wie eine Bekannte an unseren Tisch, plauderte etwas mit uns und nahm die Bestellung auf. Wie sich am Ende rausstellen sollte, ist das die Besitzerin des Restaurants gewesen.
bot sie uns an, in die Küche zu gehen, um mit dem Koch persönlich zu sprechen.
Für meine französische Begleitung war es etwas schwer die deutsche Speisekarte zu lesen, und aufgrund des lustigen Genglish was die Kellnerin sprach (wirklich amüsant
Wir bestellten ein Entrecote und Lachs-Steak. Beides auf dem Punkt perfekt gebraten! Der empfohlene Wein war für den Preis nicht ganz angemessen, aber gut. Das hat das Dessert aber wieder gut gemacht. Nachdem wir etwas mit der Kellnerin ‘diskutiert’ haben, da sie das letzte Dessert nach den Feierabend selbst essen wollte, verzichtete sie mit einem Lächeln und brachte uns 2erlei mousse au chocolat mit Blätterteig an Quetschgen-Soße (“my boyfriend is a cooker – he can make it me at home!”). Grandios! Und überraschenderweise brachte uns der Koch 5 Minuten darauf eine weitere Portion und entschuldigte sich für die etwas wässrige Mousse! Wir haben das zwar nicht bemerkt, beschwert jedoch auch nicht. Toll, oder?
Gänzlich begeistert und zufrienden (leider auch etwas ärmer) sind wir dann nach einer Zigarette mit der netten Kellnerin gegangen.
2. Besuch:
Diesmal eine andere Kellnerin. Leider das genaue Gegenteil von der netten jungen Dame. Stress hin oder her, ein freundliches Lächeln zur Begrüßung hätte ich mir schon gewünscht.
Egal, das bestellte Perlhuhn an den Schupfnudeln war göttlich, genauso wie die Bandnudeln mit Gänseleber. Essen von feinster Qualität.
Mein Fazit: Immer wieder gerne, aber aufgund des (doch angemessenen) hohen Preises, nicht jeden Tag. Wenn man Glück hat, erwischt man auch die nette Dame.
Für mich ist das Noodles in siner Preisklasse eines der Besten Lokalitäten in ganz Berlin! Es passt halt alles. Man sollte dem Restaurant auf jedenfall eine zweite Chance geben! Es hat es verdient!
Anm.: Die Besitzer haben vorher ein kleines Pasta-Mittagslokal um die Ecke betrieben bzw. betreiben es noch immer.